Nur ein Meister?

Admin Gschichtln

Weshalb wird man ein Meister, und was bedeutet das eigentlich? Ich denke, darüber sollte einmal etwas geschrieben werden. Zu der Zeit, als ich die Meisterprüfung ablegte, musste man noch ein ­gewisses Alter haben – damals, 1979 waren es 19 Jahre. Allerdings durfte die Meister- prüfung erst ab dem vollendeten 21. Lebensjahr abgelegt werden. Dies deswegen, weil man für diesen Titel eine gewisse Reife der Person voraussetzen musste. Heute ist das schon ab dem 18. Lebensjahr möglich.

Damals wurde uns sehr bewusst gemacht, dass wir z.B. verantwortlich für die Gesundheit unserer Kunden sind. Also irgend- welche stromführenden Teile am Gerät, welche die Kunden berühren könnten oder eine schadhafte Geräteerdung müssen vermieden werden. Man sollte meinen, es wäre selbstverständlich. Damals bekam ich tatsächlich ein Gerät eines Kunden, der sich beschwerte, dass er einen elektrischen Schlag bekäme, wenn er die Programmtasten drückte. Nun, das Gerät war von einem Nichtmeister „repariert“ worden, und dieser hatte eben Chassisteile einfach so mal mit den Bedienteilen verschraubt. Eine beinahe tödliche Entscheidung, – für den Kunden.

Unser Verantwortungsbewusstsein wurde bei der Prüfung ebenfalls auf eine harte Probe gestellt, genauso wie unser technisches Wissen, Materialkunde, Messtechnik, Buchhaltung, Stunden- und Materialkalkulation, Lehrlingsausbildung und die Kenntnisse in Menschenführung. Das war also ein volles Programm, um festzustellen, ob jemand überhaupt geeignet war, diesen Titel im vollen Umfang auch zu tragen.

Weshalb erzähl ich davon? In den Jahren hörte ich oft ein ­geringschätziges „ist ja nur ein Meister“, und was sich der darauf einbildet. Ich hab mal zusammengezählt, wie viele Reparaturfälle wir seit unserer Gründung gehabt haben – mehr als 150.000.

150.000 mal verantwortlich für unsere Kunden und deren Angehörige, für deren Häuser, wenn wir Antennen oder SAT Anlagen bauten, für deren Fahrzeuge, denn damals konnten wir noch Autoanlagen einbauen, und für das Ganze drum herum, was nötig war.

Außerdem fühle ich mich noch immer kaufmännischen Pflichten verbunden, die uns damals eingetrichtert wurden. Denn wir sind auch verantwortlich, wenn wir Geschäftsinhaber sind, dass unsere Buchhaltung richtig ist und unsere Mitarbeiter gerecht entlohnt und richtig angestellt sind und möglichst lange ihre Anstellung haben.

Jede Menge Verantwortung, ein Meister eben. Mein Sohn und ich haben drei dieser Titel: zweimal Kommunikationselektroniker und einmal Elektrotechniker. Ich finde, dass das eine dreifache Sicherheit für Sie als Kunde ist.


Dann bis bald –
Ihr Fernsehwilli TEAM